031 Pareto Prinzip

Pareto - raus aus der Falle 'perfekt zu sein'

Das steckt hinter dem Pareto-Prinzip

Vilfredo Pareto war ein italienischer Ökonom, Ingenieur und Soziologe. Er lebte von 1848–1923 und entwickelte dieses Prinzip 80/20 und gab ihm seinen Namen. Seine Regel 80/20 wird in vielerlei Anwendungsbereichen zu Rate gezogen, besonders in der Wirtschaft, etwa zur Erhöhung der Produktivität.

Traktor

So kam es zu dem Pareto-Prinzip

Bei seinen Untersuchungen der Verteilung des Grundbesitzes in Italien fand Pareto 1906 heraus, dass 20 % der Bevölkerung 80 % des Bodens besaßen. Diese Verteilung entdeckte er auch in anderen Bereichen des Lebens und übertrug das Prinzip auch auf andere Länder, wie die Schweiz, Frankreich und Russland.

Das besagt das Pareto-Prinzip 80/20 genau

Es wird von einem Phänomen gesprochen, welches sich immer wieder bestätigt, egal, ob es in der Wirtschaft zur Produktions- oder Effizienzsteigerung angewandt wird oder ob es im privaten Bereich zum zeitlichen Selbstmanagement oder zur Selbstoptimierung genutzt wird.

Von wirtschaftlichen Aspekten aus gesehen, bedeutet es, dass in 20 % der Zeit 80 % der Arbeit geschafft werden kann – d.h. mit 20 % Aufwand werden 80 % des Ergebnisses erreicht.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob wir immer 100 % Ergebnisse erzielen müssen. Oder, wie der Perfektionist es häufig anstrebt, gerne auch 120%.

In vielen Fällen reicht es, eine Aufgabenstellung zu 80% zu erfüllen. Der Aufwand, den wir betreiben müssen, um die letzten 20% auch zu realisieren, steht oft in keinem Verhältnis zu dem damit erzielten Mehrwert.

Was kann das für dich als Perfektionist bedeuten?

denkender Affe

Überlege dir also als Perfektionist, wie viel mehr Energie du benötigst und verbrauchst für die letzten 20 % und ob das immer gerechtfertigt ist? Das mag in manchen Fällen wichtig sein, zum Bespiel in der Medizin – doch wie sieht es sonst im Alltag oder im Berufsleben aus?

Nimm zum Beispiel die Erstellung einer Präsentation für eine bestimmte Zielgruppe. Eine solide Präsentation, die gut strukturiert und fehlerfrei aufgebaut ist, vermittelt bereits alle relevanten Informationen. Als Perfektionist, bist du aber vielleicht versucht, noch eine Grafik und noch ein paar schöne Fotos, noch einige Informationen o. Ä. hinzuzufügen – an der Kernaussage und dem Verständnis des Publikums wird dies aber nicht eklatant etwas verändern. Im Gegenteil – oft verwirren diese zusätzlichen Details.

In der gewonnenen Zeit, die du generierst, wenn du dich häufiger auf das Wesentliche konzentrierst, kannst du – ganz im Sinne der Resilienz – mehr Entspannung in den Alltag integrieren und so für mehr Ruhe und Regeneration sorgen. Du folgst so dem Gesetz aus der Stresstheorie, dass wir ein gutes Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung benötigen und ebnest deinen Weg zu mehr Gelassenheit, mehr Genuss und mehr Lebensfreude.

Lebensfreude Ballons

Wann ist genug – genug?

Definiere für dich „genug“ – was bedeutet es genau für dich? Machst du immer weiter und verbesserst einen Plan, einen Text oder eine andere Art von Arbeit, um 100 % zu erreichen? Hast du vielleicht manchmal das Gefühl, egal, wie lange du an einer Aufgabe sitzt, dass es nie perfekt ist, es immer noch besser sein könnte? Sind es deine eigenen Erwartungen oder vielleicht die Erwartungen anderer, die du aus einer Unsicherheit oder dem Bestreben es allen recht zu machen, lieber übererfüllst als den Anforderungen nur zu entsprechen?

Auch die Frage, ob du eine Aufgabe überhaupt annehmen möchtest, kann hilfreich sein. Auch einmal „Nein“ zu sagen und das eigene Leben nicht nach anderen Menschen und deren Erwartungen und Meinungen auszurichten, ist energieschonend und ressourcenaufbauend.

Eine kleine Übung dazu: Wann ist für dich „genug“ erreicht?

Nimm dir gern ein Blatt Papier und schreibe deine Definition von „GENUG“ auf, suche dir ein paar Beispiele aus dem Alltag.

Nimm im Anschluss deinen Körper wahr und gehe in das Gefühl. Schließe dazu, wenn du magst, deine Augen und spüre ganz bewusst in dich hinein, atme mehrmals tief in deinen Bauch und in deine Brust ein und aus und höre genau hin, welche Signale und Empfindungen dein Körper aussendet. Nimm das aufkommende Gefühl in dir wahr, was zeigt sich? …

Ein Gefühl von Stimmigkeit, ein Wohlgefühl zeigt dir – ja, ich mache es richtig!

Zeigen sich andere Gefühle, wie Druck oder Unzufriedenheit, solltest du deinen Anspruch, wann du genug Einsatz gezeigt hast, ggfs. korrigieren.

Dein Körper gibt dir die Antwort.

Derjenige, der sich seiner Werte und Wünsche bewusst ist, kann leichter Entscheidungen treffen und positive Dinge auf den Weg und zu Ende bringen.

Oftmals spricht unser Kopf etwas anderes als unser Körper. Wenn du jedoch mit einem guten inneren Gefühl und einer positiven Stimmung etwas angehst, schaffst du vieles mit mehr Leichtigkeit. Du siehst das Ergebnis, kannst dich darüber freuen und sitzt nicht in der „Perfektionismus-Falle“ fest.

Spinnennetz Perfektionismus Falls

Das Pareto-Prinzip kann als bewusst genutztes Zeitmanagement dazu betragen.

Hier nun die Einladung, für dich zu überlegen, welche Aspekte des Pareto-Prinzips dir Vorteile bringen könnten, um mehr Gelassenheit und Resilienz in deinen Alltag zu integrieren.

Probiere es einfach aus!

Viel Erfolg dabei,

Eure Roswitha

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Bildnachweis pixaby: ijeshoots, robert hopphaus, geralt, gabi, gerd altmann

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